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Functional Training Summit #1: STEVE MAXWELL - MOBILITY CONDITIONING


Functional Training Summit #1

So langsam arbeite ich die Eindrücke und Lektionen des vergangenen Functional Training Summit auf. In weiteren Posts werde ich einige Referenten und deren Take-Aways vorstellen.

STEVE MAXWELL

Beobachtet man den Mann von weitem, könnte man Ihn aufgrund seiner katzengleichen Bewegungen auf 30 schätzen. Unabhängig vom Alter, konnten auf dem auch die meisten jüngeren Teilnehmer offensichtlich seiner Geschmeidigkeit nicht standhalten. Die rauchige Stimme und grauen Haare verraten sein Alter von 64.

Es scheint sich zu lohnen, dem einem Mann zuzuhören.

Steve Maxwell beschäftig sich nicht mit neuen trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen und Konzepten. Sein Trainingshilfsmittel sind vorrangig das eigene Körpergewicht, Kettlebells und eine Stange oder ähnliches, um sich daran hochzuziehen. Spannend ist, wie konträr seine Methoden teilweise zur aktuellen Lehrmeinung für Trainer sind.

Essentieller Trainingsbestandteil ist sein Mobility Conditioning, was auf grundlegenden Bewegungen wie Hinsetzten und Aufstehen, Krabbeln und Rollen beruht. Auffällig ist, dass dabei die Gelenke stark belastet werden, das heißt in der Extension überstreckt und in der Flexion zusätzlich belastet. Beispiele sind seine Hüftmobilisierungsübungen, bei denen über den Unterschenkel gerollt wird (t1p.de/7fcz) oder sein Screw Push-Up (t1p.de/bz4b), der den Ellbogen stark belastet. Die meisten Teilnehmer des Workshops schienen bei den Drills Schmerzen zu haben. Bei vielen aktuellen Trainingsprogrammen werden die Gelenke geschont. Doch was nicht gefordert wird, wird nicht gefördert...und degeneriert. Wie immer macht die Dosis das Gift! Verletzungen im Alltag erfolgen in der Regel in extremen Gelenkwinkel. Warum sollten also nicht auch diese Positionen in das Training integriert werden?

Weiterer interessanter Punkt ist seine Meinung zur Überstreckung der Halswirbelsäule beim Heben, Beugen oder Krabbeln. Die gängige Lehrmeinung verbietet eine Überstreckung, da ein angespannter Trapezius enormen Stress auf die Halswirbel bedeuten soll. Laut Steve Maxwell haben aber viele Menschen den Reflex, beim Heben oder Krabbeln den Kopf in den Nacken zu legen. Er hat in 50 Jahren noch nie jemanden gesehen, der sich dabei verletzt hat. Wie kann man diese empirischen Befunde entkräften?

Maxwells Mobility Routine besteht übrigens explizit aus menschlichen Bewegungen (zum Beispiel Baby Crawl), keinesfalls aus den im Trend liegenden „Animal Moves“. Das Ergebnis ist dasselbe, nur das Label ein anderes. Der Begriff „Animal Moves“ scheint Maxwell furchtbar zu nerven, was für einige Belustigung sorgte. Doch zu Fabian Allmachers Animal Athletics komme ich später.

Fazit: Man braucht nicht viel um gesund alt zu werden. Es reicht der eigene Körper, etwas zum Hochziehen und im Optimalfall einige Kettlebells. Belaste dich regelmäßig, ohne dich zu überlasten. Bewege dich viel. Iss natürlich. Und trage keine modernen Schuhe...am besten gar keine (Maxwell hasst moderne Schuhe).

Doch wie so oft liegt in der Einfachheit die Schwierigkeit!

[Foto von Perform Better Europe]


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