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Flowfest 2017 #1 - TEEMU ARINA - THE ETHOS OF BIOHACKING


Das FlowFest 2017 ist vorbei...hat aber bleibenden Eindruck hinterlassen! Danke Maximilian Gotzler, und Flowgrade für den Tag! Ein paar Einblicke aus den Bereichen Ernährung, funktionale Fitness, Psychologie, Neurofeedback, Photobiologie und Kältetherapie möchte ich in den nächsten Tagen bieten.

Zu Beginn stellt sich die Frage: Was ist eigentlich Biohacking und worin liegen die Grenzen?

Der Finne Teemu Arina referierte entsprechend über den Ethos von Biohacking. Teemu definiert Biohacking als die Kunst und Wissenschaft, mit technologischen und biologischen Werkzeugen die Arbeit, den Geist, das Training, die Ernährung und den Schlaf zu optimieren, um gesünder zu sein, länger zu leben, weniger Stress zu empfinden, produktiver zu sein und bessere Leistung erbringen zu können. Auf dem Bild ist zu sehen, welche Tracker er alle benutzte (!).

Für mich hinterlässt „Biohacking“ irgendwie auch einen schalen Nachgeschmack: Der Drang zur Selbstoptimierung wirkt auf den ersten Blick irgendwie unnatürlich. Der erste Gedanke impliziert, dass wir momentan „normal“ leben und durch Biohacking zum Übermenschen mutieren wollen.

Doch stimmt das?

Verhalten wir uns artgerecht wie Homo Sapiens? Starten wir doch mal eine kleine Bestandsaufnahme.

Ernährung: Ein Mensch würde natürlicherweise Lebensmittel essen, die im Garten wachsen oder sich jagen lassen. Sarah Tschernigow ergänzte: Für die es keine Werbung gibt (für Gurken gibt es wenig Werbeanzeigen…) und welche keine bzw. ein kurze Zutatenliste besitzen. Die Analyse einer Tiefkühlpizza verrät uns schnell, dass unsere moderne Ernährung keinem dieser Kriterien entspricht.

Schlaf: Weiterhin würde ein ursprünglicher Mensch schlafen gehen, wenn es dunkel wird, sowie mit dem Sonnenaufgang erwachen. Dank Licht und beleuchteten Displays haben wir uns erfolgreich vom Biorythmus entkoppelt.

Arbeit: Die Ablenkungen während der Arbeit waren zu früheren Zeiten vergleichsweise gering. Heute stören uns Instant-Messenger, Telefonanrufe, Werbeanzeigen und vieles mehr andauernd und überladen uns mit Informationen. Unsere Konzentrationsfähigkeit sinkt enorm; bei steigendem Stress.

Bewegung: Dank Autos, Zügen und Flugzeugen sind wir zwar wahnsinnig mobil und schnell, aber körperlich immobil und langsam. Die Folgen sind bekannt…

Die Schlussfolgerung: Wenn wir von Biohacking sprechen, heißt das nicht unbedingt, dass wir uns vom Normalzustand (0) direkt zum Übermenschen (1) befördern. Benutzen wir abends Bluelight-Blockerbrillen, versuchen wir nur wieder im Biorythmus zu leben. Trainieren wir, ohne davor zu Essen, mimen wir Jäger und Sammler, die erst ein Tier erlegen oder Rüben ausgraben mussten. Helfen uns Apps dabei, Facebook & Co. während der Arbeitszeit zu blocken, sind das nur technische Hilfsmittel, um unser natürliches Potential zu entfalten.

Zuerst müssen wir also vom aktuellen bedauernswerten Zustand (-1) den Normalzustand (0) erreichen.

In diesem Sinne habe ich zwei Lager auf dem Flowfest kennengelernt. Die Grenzen sind eher fließend. Carsten Wölffling beschäftigte sich mit Functional Basics - Paleo & Biohacking Lifestyle #wieartgerechtlebstdu in seinem Vortrag mit der Frage: Wie artgerecht lebst du? Als Paleo-Coach möchte er einen natürlichen Lebensstil wiederbeleben um eigenverantwortliche, natürliche Gesundheit zu generieren, zu erhalten und zu optimieren.

Teemu Arina, BRAINEFFECT und andere gehen einen Schritt weiter und nutzen tatsächlich technologische und biologische Werkzeuge, um sich von der Natur zu entkoppeln.

Diese gelebten Visionen machen etwas Angst, sind aber die logische Konsequenz unserer Zivilisation!


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Dipl.-Ing. Tim Böttner

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