Flowfest 2017 #2 - KASPER VAN DER MEULEN – HOW TO REMOTE CONTROL YOUR NERVOUS SYSTEM


Kasper van der Meulen ist Experte für kalte Thermogenese, Autor des Buches Mindlift und ausgebildeter Trainer der The Iceman (Wim Hof)-Atemtechnik. Er widmete sich in seinem inspirierenden Vortrag dem Thema Stress.

Stress ist nicht per se schlecht, vielmehr ist er überlebenswichtig. Auf die Dosis und Art kommt es an!

Stress versetzt uns in einen Fight-Or-Flight Modus mit diversen physischen und psychischen Auswirkungen: Wir schütten Cortisol und Adrenalin aus, woraufhin sich unsere Pupillen weiten, die Lungen aktiver werden, das Herz schneller schlägt und auch die Leber besser arbeitet! Andere Vorgänge werden heruntergeregelt: Die Funktion unserer Verdauungsorgane wird minimiert und unsere Reproduktionsfähigkeit unterdrückt.

Lässt der Stress nach und kehrt Ruhe ein, sorgt ein konträrer Hormoncocktail für gegenteilige Effekte: Wir Atmen ruhiger, das Herz schlägt langsamer sich und Nahrung kann verdaut werden.

Das ergibt evolutionär Sinn: Der Höhlenmensch verlässt die Höhle um zu jagen oder zu sammeln. Verdauen muss er dabei eh nicht, da er noch nicht essen konnte. Seine ganze Energie steht der Jagt bereit. Der Stress macht ihn zu einem ausgezeichneten Jäger und konzentrierten Sammler.

Dauerstress würde sein System natürlich überfordern, deshalb geht er in die Höhle, bereitet sein Essen zu, hat vielleicht Sex und schläft.

Was machen wir, wenn wir von der Jagt aka Arbeit nach Hause kommen? Wir lassen Informationen auf uns einströmen von Social Media, Fernsehen und Co. und arbeiten bis spät in die Nacht unter künstlichen Licht. Diese neuen Stressoren verhindern, dass sich unser Nervensystem beruhigt und führt früher oder später zum Burn-Out.

Natürliche Stressoren, welche wichtig für unsere Gesundheit sind, werden dagegen vermieden. Fasten beispielsweise, seien es auch nur 10 bis 16 Stunden, löst unglaubliche Effekte aus:

Unser Gehirn stellt sich zwei Fragen:

1. Bekomme ich nichts zu essen, weil ich zu dumm bin? Als Konsequenz startet ein Vorgang namens Neuroneogenese, sprich wir werden schlauer!

2. Bekomme ich nichts zu essen, weil ich körperlich unterlegen bin? Folglich stellt unser Körper ungeahnte Energiereserven zur Verfügung!

Ein weiterer Stressor ist die Kälte. Wir frieren als moderne Menschen selten, obwohl es im Winter natürlicherweise unvermeidlich wäre. Auf dem Flowfest konnten wir eine Eiswanne austesten. Durch verlangsamte, kontrollierte Atmung durch die Nase lässt sich unser Nervensystem direkt beruhigen, was die Kälte erträglich, regelrecht angenehm machte.

Es ist übrigens einfacher, mit dem ganzen Körper in der Wanne zu sitzen, als nur mit der Hand hineinzugreifen. Ist auch der Brustkorb unter dem Eis, aktiviert der Körper eine Reihe von Mechanismen, um gegen die Kälte zu feuern. Ist nur die Hand im Wasser, arbeitet er hingegen nicht intensiv gegen die Kälte, deshalb ist es bedeutend schmerzhafter. Nach Kasper reichen zwei Minuten aus, um alle positiven Effekte der Kälteadaption zu erhalten.

Nach dem Eisbad war ich jedenfalls in einem herrlich transzendenten Zustand: sehr ruhig, entspannt und konzentriert. Kalt war mir danach nicht, da der Körper als Reaktion extrem viel Wärme produziert!


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Dipl.-Ing. Tim Böttner

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