WIE NATÜRLICH IST SYMMETRIE IM KÖRPER?

July 2, 2017

 

[Neue Gedanken von Lukas Piechocinski und dem Postural Restoration Institute]

 

Ein möglichst symmetrischer Körperbau ohne Dysbalancen ist in der Regel ein Ziel eines Athleten. Bei unilateralen Übungen stellen die meisten jedoch meist fest, dass es eine stärkere und eine schwächer Seite gibt.

 

Ich bin bei einbeinigen Übungen auf der rechten Seite bedeutend stärker als auf der linken. Bewegungen wie einbeinige Kniebeugen oder einbeiniges Kreuzheben fühlen sich recht koordinierter an. Meine Beweglichkeit der linken Hüfte ist im Gegensatz zur rechten geringer.

 

Woran kann das liegen?

 

Bisher suchte ich dir Ursache in der Tatsache, dass ich in meiner Jugend viele Jahre Skateboard gefahren bin. Dabei stand mein rechter Fuß meist vorn, sodass das linke Bein mein Sprungbein war. Theoretisch könnte die linke Hüfte dadurch funktionell versteift sein. Andererseits sollte das linke Bein aber stärker und dominanter sein.

 

Eine weitere Begründung könnte die Tatsache sein, dass ich Rechtshänder bin. Deshalb ist meine rechte Körperseite tendenziell nach vorn gewandt. Das rechte Bein könnte also zum bevorzugten Standbein werden und sich entsprechend entwickeln.

 

Auf eine ganz andere These hat mich Lukas Piechoconski erstmals in einem Workshop im Mai bei den Movement Days in Leipzig aufmerksam gemacht. In seinem Artikel im neuen Functional Training Magazin widmet er sich dem Thema „Wie symmetrisch ist der Mensch?“.

 

Er argumentiert, dass wir grundlegende strukturelle Asymmetrien aufweisen. Zum einen liegt unsere große Leber vorrangig in der rechten Körperhälfte und verschiebt unseren Körperschwerpunkt entsprechend. Hinzu kommt, dass unser Zwerchfell horizontal ausgerichtet ist und über eine rechte und linke Seite verfügt. Die rechte ist die größere, leistungsfähigere und massigere. Unsere Lungenlappen sind ebenfalls asymetrisch verteilt: Auf der linken Seite liegt nur einer und auf der rechten zwei. Diese Faktoren bewirken nach Lucas und dem Postural Restoration Institute (PRI) einen natürlich nach rechts verschoben Körperschwerpunkt.

 

Daraus resultiert eine ganze Kaskade. Unser Becken verfügt durch die höhere Last auf der rechten Seite über größere Stabilität: „So stehen wir sicherer auf dem rechten Bein, wir laufen besser auf ihn […]“. Das Spiel geht noch weiter: Schrägstellungen bedingen Kompensationen nach oben in die Schultern und ebenso nach unten zu den Sprunggelenken.

 

Diese interessante und bisher wenig beachtete These geht also davon aus, dass meine Asymmetrie vollkommen normal ist. Trotzdem halte ich es für erforderlich, nicht vor dieser Prädisposition zu kapitulieren, sondern durch gezieltes unilaterales Training bestmöglich auszugleichen, um Verletzungen zu vermeiden.

 

[Bild von Giga.de]

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